Radio comes P8. Radio A live aus der P8

Radio A sendet live aus der P8. Bild und Ton über den P8 Channel.
Natürlich auch zu hören über Querfunk, 104,8 MHz, wie jeden 2. Sonntag im Monat, zwischen 18 und 20 Uhr.

Liebe Menschen,

am Sonntag den 10.01.2021 Senden wir endlich mal wieder LIVE! Und zwar aus dem P8 (p-acht.org)!! Passend zum Sendeort wird der Schwerpunkt der Sendung auf Freiräume/ Subkultur gelegt. Wir werden Interviews mit Vertreter*Innen vom P8 und dem Cafe Noir führen und eine Diskussion über selbstverwaltete Freiräume in Karlsruhe ist geplant. Auch die Musik wird wie immer vom Feinsten sein. Wir werden hauptsächlich Bands und Musiker*Innen aus der P8 spielen.
Das besondere an der Sendung wird sein, dass ihr uns beim Senden zuschauen könnt! Die P8-Crew stellt uns ihren Youtubekanal zur Verfügung. Natürlich könnt ihr uns, wie gewohnt, auch einfach unter 104,8 MHz oder querfunk.de(livestream) hören.

Den Stream-Link vom P8 findet ihr bald unter https://de-de.facebook.com/events/233805714823134/ oder https://www.p-acht.org/2021/01/05/radio-comes-p8-radio-a-live-aus-der-p8/

Meinungsfreiheit wegen Corona verboten? Leave no one behind ! (Teil 2)

Presseerklärung 7.12.2020

Weiteres Verfahren in Zusammenhang mit dem Aktionstag Leave no one behind – Rettet die Flüchtlinge aus den Lagern auf den griechischen Inseln – am 7-12-2020 vor dem Amtsgericht Karlsruhe eingestellt. Kosten und Anwaltsgebühren zahlt die Staatskasse.
Meinungsfreiheit und Solidarität lassen sich nicht verbieten ! Leaved no one behind !
Amtsgericht Karlsruhe stellt auch das 2. der Bußgeldverfahren ein !

Am Montag, den 7.12.2020 fand im Amtsgericht Karlsruhe der zweite von 4 Prozessen in Zusammenhang mit dem Aktionstag der Seebrücke „Leave no one behind“ statt.
Auch das 2. Verfahren in Zusammenhang mit der Aktion !Leave no one behind! – zur Evakuierung der Flüchtlinge aus den hot spots an den Außengrenzen der EU wurde am 7.12.2020 vom Amtsgericht Karlsruhe nach § 47 Abs.2 OwiG eingestellt und die Gerichts- und Anwaltskosten der Staatskasse auferlegt.
Betroffen war diesmal ein Redakteur des Querfunk – Freies Radio in Karlsruhe, der O-Töne von verschiedenen Unterstützer_innen des Aktionstag – Leave no one behind am 19.4.2020 mit einem Aufnahmegerät einfangen wollte, und das Aufnahmegeräte corona-gerecht in 2 m Entfernung von 2 Aktivist-innen aufgestellt hatte, damit sie seine Fragen beantworten konnten. Obwohl der Redakteur die Aktivist_innen noch nie vorher gesehen hatte, konstruierte die Polizei daraus eine „Gruppe“ mit mehr als 2 Personen und verhängte gegen ihn ebenfalls ein Bußgeld in Höhe von 200 € zzgl. 23.50 € Gebühr.
Damit wurde somit rechtswidrigerweise nicht nur die Versammlungsfreiheit und die Meinungsfreiheit, wie im ersten Verfahren am 1.12. gegen eine Aktivistin, sondern auch die Presse- und Informationsfreiheit eingeschränkt.
Folgerichtig stellte das Gericht das Verfahren ein mit der Begründung, dass auch bei Corona Rechte wie Meinungsfreiheit usw. beachtet werden müssen, und ein Verstoß gegen die Corona-Verordnung nicht ersichtlich ist.

Damit müssten aber die noch ausstehenden 2 Verfahren ebenfalls eingestellt werden.

Eins der Verfahren richtete sich gegen die zweite Aktivistin, das 4 Verfahren gegen den Freund der einen Aktivistin, der für die beiden in 2 m Entfernung eine Tüte mit Eis auf den Boden gestellt hatte und sich danach wieder entfernt.

Meinungsfreiheit und Solidarität lassen sich nicht verbieten ! Leaved no one behind !

Kontakt: Seebrücke Karlsruhe seebruecke-ka@gmx.de – Für Rückfragen: RA Treiber Tel. 0721 35455910

Sendung vom 13.12.2020

Halli hallo,

wie zu erwarten ist die Covid-19 Pandemie immer noch in vollem Gange… und weiterhin heißt das Mantra der Politik: „Geht zur Arbeit und zur Schule… aber bloß kein Spaß!“. Klar, das ist sehr verkürzt ausgedrückt. Doch es wird klar wer hier geschützt werden soll… die Wirtschaft! Zur Eindämmung des Virus haben die staatlichen Maßnahmen wohl kaum beigetragen. Nun müssen wir uns vor dem heiligsten Tag im Jahr, Weihnachten, mit nem harten Lookdown rumschlagen. Aber das hat ja vielleicht auch etwas gutes. Es wird weniger Weihnachtsveranstaltungen geben vor denen wir uns drücken müssen, z.B. keine Betriebsfeste und keine Weihnachtsmärkte in der Stadt. Allgemein ne gute Ausrede sich dem verbliebenen Feiertagstrubel zu entziehen. Aber lassen wir das…

Wir wünschen euch ne schöne Zeit und hoffen ihr hört uns am 10.01.2021 wieder!
Bleibt gesund!!

In diesem Monat ist unsere Sendung fast coronafrei:

* kurzer Bericht zur Demo, anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen
* Neues von der Hagsfelder Südumfahrung
* Kundgebung zum 5ten Jahrestages des Pariser Klimaabkommens in Ka
* Erlebnisbericht Danneröder Wald
* Gustav Landauer Teil 2
* News

Meinungsfreiheit wegen Corona verboten? Leave no one behind !

Pressemitteilung

Meinungsfreiheit und Solidarität lassen sich nicht verbieten ! Leaved no one behind !

Verfahren gegen Unterstützerin der Aktion Leave no one behind vor dem Amtsgericht Karlsruhe eingestellt.

Am Dienstag, den 1.12.2020 fand im Amtsgericht Karlsruhe der erste von 4 Prozessen in Zusammenhang mit dem Aktionstag der Seebrücke „Leave no one behind“ statt.

Für den 19.4.2020 hatte die Seebrücke zusammen mit anderen Organisationen im Rahmen der Kampagne – #LeaveNoOneBehind – zu einem weiteren Aktionstag unter dem Motto: „Rettet die Flüchtlinge aus den Lagern auf den griechischen Inseln – wer schweigt macht sich mitschuldig – Evakuierung der Lager jetzt! Sofortige Aufnahme der Menschen – auch in Karlsruhe“ aufgerufen.

Da die Stadt Karlsruhe (rechtswidrigerweise !) keine Versammlungen dulden wollte, wurde in Karlsruhe ein Vorschlag für die Gestaltung des Sonntagnachmittags verbreitet, am 19.4.2020 individuell zwischen 14 bis 16 Uhr in der Karlsruher Innenstadt spazieren zu gehen und seine Meinung zur Rettung der Flüchtlinge kund zu tun, zB. allein oder zu zweit mit Schildern, um auf die dramatische Situation in den Flüchtlingslagern aufmerksam zu machen, und die sofortige Evakuierung der Lager und Aufnahme der Flüchtlinge – auch in Karlsruhe – zu fordern. Insbesondere die Corona-Pandemie hat die Lage in den Lagern an den Außengrenzen der EU, wie zB in Moria auf Lesbos, wo bis zu 20.000 Menschen im 10-fach überfülltem Lager zusammengepfercht waren, nochmals dramatisch verstärkt, da die Menschen dort keinen Abstand waren können, und auch minimalste Voraussetzungen für notwendige Hygienemaßnahmen nicht gegeben sind.

Bei dem Solidaritätsspaziergang sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass immer maximal 2 Personen unterwegs sind und jeweils mindestens 2 m Abstand zu allen Anderen gehalten wird. Vorsichtshalber sollten auch alle Spaziergänger_innen gemäß der aktuellen Empfehlung der Bundesregierung eine Gesichts-Schutzmaske tragen,damit niemand gefährdet wird. Ziel der Aktion war es ja gerade u.A. auf die Gefährdung der Flüchtlinge durch den Corona-Virus aufmerksam zu machen.

Etliche Menschen sind auch in Karlsruhe, wie auch in anderen Städten, diesem Vorschlag zur sonntäglichen Freizeitgestaltung gefolgt, und haben auf die tödliche Gefahr für viele Flüchtlinge in den Lagern an den Außengrenzen der EU hingewiesen und eine sofortige Evakuierung der Lager gefordert.

Dafür sollen 4 Personen jetzt mit einem Bußgeld von 200,00 € zzgl. 28,50 € „bestraft“ werden.

Kennzeichnenderweise setzte der Polizeieinsatzleiter auch noch die Meinungsfreiheit außer Kraft (!) – bei Corona gäbe es keine Meinungsfreiheit – und zwang die Betroffenen Ihr Schild umgekehrt auf den Boden zulegen, damit es nicht gesehen werden kann. Auf dem Plakat stand: „Fredom of movement for everyone – Leave no one behind – Evacuate Moria now !“

Auf Befragung des Rechtsanwalts der Betroffenen Wolfram Treiber gab der geladene Polizeizeuge zu, dass die Betroffene ein Schild mit sich geführt habe und dass sie auch andere mit Schildern bzw. Transparenten gesehen haben, wovon skandalöserweise nichts in den Akten zu finden war. Weiter gab er zu, dass der Einsatzzug Karlsruhe eingesetzt war, der üblicherweise bei Demonstration und im Fußball eigesetzt wird, dh de facto dass die Kontrolle wegen des Aktionstags stattfand und es sich nicht um eine Kontrolle der Corona-Schutzmaßnahmen handelte.

Völlig inakzeptabel ist es jedoch, dass der Einsatzleiter des Einsatzzugs die Betroffen zwang das Schild mit der Aufschrift nach unten zu legen, da es bei Corona keine Meinungsfreiheit gäbe (!). Dieser ungeheure Vorgang hat inzwischen sogar den Weg in eine Kunstausstellung im Staatlichen Kunstverein gefunden…

Viele Jurist_innen haben inzwischen die Praxis als rechtswidrig kritisiert wesentliche Grundrechte pauschal durch Verordnungen und damit ohne Beteiligung der Parlamente auszuhebeln. Bezeichnenderweise hatte auch das BVerfG 2 Tage vor dem Vorfall am 17.4.2020 ein „Machtwort“ gesprochen und angemerkt, dass auch bei Corona die Versammlungsfreiheit nicht pauschal außer Kraft gesetzt werden dürfe. Dies wurde aber offensichtlich von den Polizeikräften völlig ignoriert – im Gegenteil wurde sogar noch zusätzlich die Meinungsfreiheit außer Kraft gesetzt, was ein Polizeihauptkommissar eigentlich besser wissen müsste… In der nächsten der Corona-Verordnungen, die ab 4.5.2020 galt, wurden insofern die Versammlungen aus den pauschalen Verboten ausgenommen. Der Betroffenen war es auch wichtig zu erklären, dass sie nicht zu den Corona-Leugner_innen gehört sondern sie sich gerade dafür einsetze, dass sich der Schutz auch auf die Geflüchteten in den Lagern erstreckt.

Als Ergebnis wurde das Verfahren eingestellt und die Kosten der Staatskasse auferlegt. Unverständlicherweise bleibt die Betroffen aber auf ihren eigenen Kosten sitzen.

Meinungsfreiheit und Solidarität lassen sich nicht verbieten ! Leaved no one behind !

Einer der 4 Betroffenen ist im Übrigen ein freier Radio-Redakteur des Querfunk, der mit den Aktivist_innen nichts zu tun hatte und der nur aus gebührendem Abstand O-Töne der Aktivist_innen, warum diese die Aktion wichtig finden, einfangen wollte, und der nun ebenfalls mit Bußgeld belegt wurde.

Das Verfahren gegen den Redakteur findet nunmehr am Montag, den 7.12.2020 um 11.20 Uhr im Amtsgericht Karlsruhe im Sitzungssal 0.11, EG, Schlossplatz 23 in Karlsruhe statt.

Kontakt: Seebrücke Karlsruhe seebruecke-ka@gmx.de – Für Rückfragen: RA Treiber Tel. 0721 35455910

Sendung vom 13.09.2020 | Moria | Im Wahn vereint | NSU 2.0

In der heutigen Sendung werfen wir einen Blick auf die Geschehnisse in und um das Lager Moria auf Lesvos. Dort werden und wurden Menschen teils jahrelang unter unwürdigsten Bedingungen festgehalten. Nun kam es zum Brandt. Ein absehbarer Skandal. Moralisch bewertet von den selbsternannten Leistungsträgern, skandalisiert von denjenigen die ihr Image polieren wollen. Die Herrschenden richten Strukturen ein die Wertvoll und nützlich von unwert und unnütz sauber trennen. Keine Schande, politisches Kalkül.

Auf der Suche nach anderen alten und neuen Herrschenden stellen sich die Anhänger diverser Verschwörungsmythen auf, gestern noch an der Migration abgearbeitet geht es nun um Kinderblut und den Friedensvertrag….

Seit Längerem tauchen Droh schreiben auf die mit dem Kürzel NSU 2.0 und anderen Rechten Namen unterschrieben sind. Die Ermittlungen sind zäh und anscheinend auch zu Langsam um die oder den Verfasser*in zu überführen.Hier hört ihr einen Beitrag vom Radio Corax. Bei größerer Interesse kann ich den Artikel  in der Tatz empfehlen https://taz.de/taz-Recherche-zu-Drohmails/!5709468&s=nsu+2+0/ .

Am 08.03.2020, zwischen 12-20 Uhr, Sonderprogramm der Freien Radios zum Internationalen Frauentag auf dem Querfunk 104,8 MHz

Hallo Leute,

am kommenden Sonntag,den 08.03., läuft von 12-20 Uhr das Sonderprogramm der Freien Radios zum Internationalen Frauentag auf dem Querfunk. Da ist unser Sendeplatz betroffen und unsere Sendung fällt aus!

Wir unterstützen die Übernahme des Sonderprogramms durch den Querfunk und freuen uns darauf evtl. einen Beitrag zum Thema beisteuern zu können! Den auch in Karlsruhe ist zum 07. und 08. März etwas geplant, bei dem wir vor Ort sein wollen:

Internationaler Frauentag - „Machen wir das 21. Jahrhundert
zum Jahrhundert der Frauenbefreiung!“
Veranstaltung des Frauenbündnis
* Sonntag, 8.3.2020 in Karlsruhe, Saal - Jubez am Kronenplatz - ab 17
Uhr: Kaffee & Kuchen - ab 18 Uhr: feministische Politik & Kultur -
Livemusik: GIZEM Songs & Gitarre
* Samstag, 7. März Straßenbahnaktion 13 - 15 Uhr Treffpunkt: Infostand
Marktplatz

 

Aufnahmen von uns könnt ihr evtl. am Sonntag zwischen 12 und 20 Uhr auf dem Querfunk 104,8 MHz und zeitnah auf unserem Blog(https://radioa.noblogs.org) hören!

Sendung vom 12.01.2020

Ein frohes neues Jahr 🙂

Radio-A startet ins neue Jahr mit der Dokumentation der Redebeiträge von den Protesten gegen den Neujahrsempfang der AfD in Neureut/Karlsruhe am 12.01.20, einen Beitrag zu der Revolte in Chile, zum Klimapaket der Bundesregierung und natürlich mit uns wichtigen Terminen.

Die Redebeiträge der Gegenkundgebung zum AfD Neujahresempfang am 12.01.20 in Neureut/Karlsruhe laden wir für euch noch einmal gesondert hoch!

 

Stellungnahme zu den Interviews mit den karlsruher Gemeinderatsparteien im QF

Wie die geneigten Querfunk Hörer*Innen wahrscheinlich schon verwundert mitbekommen bzw. gehört haben wurde der AfD im Vorfeld der Gemeinderatswahl in Karlsruhe eine Stunde Sendezeit in Form eines Interviews gewährt. Dies geschah im Rahmen mehrere Sendungen in denen alle Gemeinderatsparteien zu Wort kamen.
Nun ist das Entsetzen bei einigen groß. Auch ein anderes freies Radio hat sich schon zu Wort gemeldet und eine interne Diskussion ist entbrannt was denn da wohl schief gelaufen ist oder auch nicht. Wir als Radio-(A) distanzieren uns natürlich von dem AfD-Interview und halten es für gefährlich menschenverachtenden Inhalten Raum zu geben, wie gut er auch verpackt bzw. wie harmlos er rüber kommt.

Doch sollten wir uns erst einmal überlegen wie so etwas überhaupt möglich war.

Ein selbstverwaltetes Projekt wie der Querfunk lebt von der Beteiligung seiner Mitglieder. Also kann sich jede*r Sendungsmachende*r an den Entscheidungsfindungen und an der Umsetzung dieser Entscheidungen beteiligen. So sollten sich jetzt alle die empört aufschreien überlegen wo sie waren als bestimmte Entscheidungen getroffen und umgesetzt wurden. So auch wir!
Der Plan die Gemeinderatsparteien im Vorfeld der Wahlen zu befragen war durchaus bekannt und es hätte klar sein müssen, dass auch die AfD dazu gehört.
Auch wir waren in letzter Zeit nur spärlich auf den Redaktionsplena, haben uns nicht an Entscheidungen (die uns alle betreffen) und an deren Umsetzung beteiligt. Die, die dies getan haben, sind wie immer die Selben. Aus diesem Grund können wir keine formale Kritik an den Entscheidungen anbringen… aber eine Inhaltliche. Darum soll es im Folgenden gehen.
Wir sollten uns die Frage stellen, was ein Freies Radio ist, woher sie kommen und welche Aufgaben sie haben. Auch wenn uns das AfD-Interview besonders heftig aufgestoßen ist, wundern wir uns wieso überhaupt Parteien eine Plattform gegeben wurde. Sind Radios wie der Querfunk nicht eigentlich dafür da, Gruppierungen und Menschen die Möglichkeit zu geben sich zu artikulieren, die sonst ungehört blieben, die tendenziell in unserer Gesellschaft benachteiligt und ausgegrenzt, deren Meinung unterdrückt werden. Ähnliches steht auf Plakaten im Querfunk. Ebenso das diskriminierende Inhalte im Sender nix verloren haben. Dies sollte zumindest in den Selbstverständnissen jedes freien Radios stehen und tut es auch meist. Nimmt man einfach dies als Grundlage, wird einem*r schnell klar, dass die Diskussion um die Sendezeit des ollen AfD-Schmidt an der Sache vorbei geht. Unsere Kritik besteht nicht daran, sondern dass Parteien überhaupt zur Wahl Raum gegeben wurde.
Ein Fehler den die Verfechter*innen des liberalen, bürgerlichen Staates übersehen, ist der, dass dieser nicht neutral ist. Was ja schon an der Bezeichnung “bürgerlich” zu erkennen wäre. Also ein Staatsgebilde, dass auf bürgerlichen Weltanschauungen, also Ideologie beruht. Diese ist um einiges besser als Monarchie oder ähnliches, da sie zumindest eingeschränkte Teilhabe an politischen Entscheidungen, Meinungs-/ Pressefreiheit und individuelle Rechte gewährt. So weit der Anspruch! Doch gehören dazu auch die Trennung vom Öffentlichen und Privaten, was dazu führt, dass öffentliche Belange, die alle betrifft in die Politik ausgelagert werden und somit die Mitbestimmung der Bevölkerung auf das Abgeben ihrer Stimme reduziert. Weiter ist der Kapitalismus, also ein Wirtschaftssystem das auf der Ausbeutung durch Arbeit, auf Konkurrenz und auf einen sich durch Geisterhand regelnden Markt basiert, nicht von der bürgerlichen Gesellschaft zu trennen. Das erkennt mensch daran, welchen Stellenwert das Eigentum in dieser besitzt… Es ist besonders Schützenswert!
Da beginnt schon die Problematik. Dieses Eigentum ist ungleich verteilt! Dies führt dazu, dass Menschen die über kein oder wenig Eigentum/Kapital verfügen weniger Möglichkeiten der Teilhabe und der Aufstiegschancen haben. Da mögen jetzt wieder einige einwenden, dass es ja unterschiedliche Interessenvertretungsangebote in Form von Parteien gibt, die ja dann gewählt werden könnten, um die Interessen der sog. “kleinen Leute” zu vertreten. Dies hat vielleicht noch in Zeiten der Sytemkonkurenz zwischen kapitalistischem Westen und kommunistischem Osten funktioniert. Als die bürgerlichen demokratischen Staaten noch Angst haben mussten. Aber was steckt eigentlich hinter dieser Interessenvertretung und welche Interessen werden vertreten? Natürlich gibt es unterschiedliche Parteien, die unterschiedliche Menschen ansprechen. Doch bleibt ihr Handlungsrahmen immer auf das Regelwerk der bürgerlichen, kapitalistischen Gesellschaft beschränkt, was eine solidarische Verteilung der Ressourcen verunmöglicht. Wieso? Da diese Ressourcen, also das Eigentum, ungleich verteilt sind und diese Eigentumsverhältnisse per Grundgesetz geschützt sind. Dazu kommt, das spätestens nach dem Zusammenbruchs des “Ostblocks”, der schon in den 1970er und 80er Jahren erstarkende Neoliberalismus (eine radikale Form des Kapitalismus) den Siegeszug angetreten hat und in jeden Bereich unseres Lebens vorgedrungen ist.
Natürlich haben die Parteien noch einen gewissen Gestaltungsrahmen, der die Verwaltung des Bestehenden aber niemals überschreitet. Daher kann es schon sein, dass der Gang an die Wahlurne temporär zu Verbesserungen für einzelne Interessengruppen führen kann. Die Befriedigung der Bedürfnisse aller Menschen einer Gesellschaft (auch nicht annähernd) ist aber nicht möglich.
Was macht die AfD oder andere rechte Parteien nun aber so schlimm? Als erstes ist zu sagen, dass sie bestimmte bürgerliche Werte wie z.B. Eigentum, Nation, Familie und Staat nicht in Frage stellen. Was sie aber über Bord werfen sind liberale Werte, die dem Kapital, nur mal so angemerkt, sogar zugutekommen. Die AfD als aktuelles Beispiel in Deutschland vertritt eine neoliberale Wirtschaftspolitik, handelt aber ansonsten nach völkischer, nationalistischer Agenda, die die Interessenkonflikte innerhalb der deutschen Gesellschaft nach außen projizieren. Sie konstruieren ein einheitliches völkisches “Wir”, dass vor allem, was nicht als deutsch angesehen wird nach innen und außen geschützt werden muss.
Aber auch das macht die AfD nur in einer extremeren Form als das die bürgerlichen Parteien tun. Da sollte mensch auch nicht auf das Europagerede vor Europawahlen rein fallen. Politiker*innen aller Staaten vertreten da auch nur hauptsächlich nationale Interessen bzw. die der jeweiligen Wirtschaft. Wir sehen alltäglich wie die universellen Menschenrechte von den bürgerlichen Staaten überall auf der Welt übergangen werden. Sind es nun die Rechte der Menschen deren Lebensgrundlage durch die Wirtschaftspolitik der EU und somit auch Deutschlands beraubt werden oder die der Menschen, die nach einem menschenwürdigen Leben im Mittelmeer ertrinken. Mal davon abgesehen, dass bestimmte Bürgerrechte und die soziale Teilhabe und Sicherheit vieler in den Zentren des Kapitalismus auch immer weiter eingeschränkt werden (siehe neue Polizeigesetze in mehreren Bundesländern, Harz IV usw.).
Wir sehen den Faschismus als Krisenideologie des Kapitalismus an. Also als eine Ideologie die besonders in Zeiten der im Kapitalismus inne wohnenden Krisen Zulauf erhält. Im Faschismus werden bestimmte bürgerliche Werte pervertiert und sich dessen liberalen Gehalt entledigt.
Spätestens während der “Finanzkrise” ab 2008 und den verlorenen linken Abwehrkämpfen, z.B. in Griechenland, sind rechtspopulistische Parteien erstarkt.
Gegen dieses Erstarken fanden die bürgerlichen Parteien, von links bis rechts, kein Mittel. Wie sollten sie auch. Sie müssten ihre eigene Weltanschauung radikal in Frage stellen. Im Gegenteil verstärkten sie diese Entwicklung durch die Beibehaltung des Status Quo und die Übernahme rechter Forderungen. Auf der anderen Seite scheint sich aus Verunsicherung eine radikale Systemkonformität bis weit in die, sich auch mal radikal gebende, Linke. So wird versucht mit den falschen altbekannten Mitteln das falsche Ganze vor der Barbarei zu retten, anstatt endlich an der Befriedigung der Bedürfnisse aller Menschen zu arbeiten.
Dies ist unserer Meinung nur dadurch möglich, dass die Menschen anfangen ihre Interessen selbst zu vertreten und sich mit Anderen, mit ähnlichen Interessen zu Interessengemeinschaften zusammenzuschließen, um sich um ihre Angelegenheiten selbst zu kümmern. Ihr Leben also selbst zu verwalten!
Hier kommen wir auch endlich dazu, was das nun alles mit dem Querfunk zu tun hat (einem selbstverwalteten Radio). Auch hier scheint die Verunsicherung und der Drang sich an dem beschriebenen Spektakel zu beteiligen so groß zu sein, dass wir als Radio unser eigentliches anliegen vergessen. Kritisch dem gegenüber zu stehen was uns versucht wird “zu verkaufen”, selbstbestimmt unser Leben, in dem Fall Radio zu machen, zu gestalten. Alternativen aufzuzeigen und solidarisch, pluralistisch zu streiten… also Wege zu bestreiten, die vielleicht auch einmal über das bestehende hinausweisen. Statt dessen tragen wir vor lauter Neutralität unbeabsichtigt dazu bei, menschenverachtendes Gedankengut als legitime Meinung zu etablieren.
Wir möchten den Menschen, die die Interviews mit den Vertreter*innen der Gemeinderatsparteien beschlossen und durchgeführt haben aber keine Vorwürfe machen und erst recht nichts unterstellen. Wir gehen davon aus dass dies alles getan wurde um den Querfunk bekannter und beliebter zu machen. Ein erst einmal positives Anliegen, dass aber unserer Meinung nach mit den falschen Mitteln versucht wurde. Wir halten es für kontraproduktiv Parteien, bei rechten Parteien sogar für gefährlich, eine Plattform zu geben und dies sollte nie wieder vorkommen!
Hier sehen wir besonders die Redaktionen des Querfunks in der Bringschuld die sich nun beschweren, aber sich nicht an den Strukturen beteiligen. Andererseits geschieht hier im Querfunk das gleiche wie überall in der Gesellschaft. Aus Angst oder Unsicherheit werden die, die das Bestehende kritisieren als gefährlich oder intolerant angesehen, während Rechten aus falsch verstandener Toleranz der rote Teppich ausgerollt wird.

Lasst uns zwar kritisch, aber auch solidarisch streiten und austauschen!
Lasst uns nach neuen Wegen des Miteinanders suchen!
Hier brauchen wir keine Chefs, Parlamente und keine Konkurrenz!
Lasst uns den Querfunk wieder zu einem Ort werden in dem die Alternative des solidarischen Miteinanders nach außen strahlen kann!

Redaktion von Radio-(A) Juni 2019
(Radio AG der Libertären Gruppe Karlsruhe)